Kirche / Kriegerdenkmal / Mahnmal / Kapellen

Ehrenkons.Rat Janusz Jamróz

PFARRPROVISOR

Pfarrplatz 12

7321 – Unterfrauenhaid

T 02619 72 16

E-Mail: unterfrauenhaid@rk-pfarre.at

Der kleine, im Kern mittelalterliche Bau dürfte im 13. Jhdt. entstanden sein und besitzt einen von einer Wehrmauer mit Schießscharten umgebenen Friedhof sowie einen kleinen Karner. Der quadratische Westturm mit Steinhelm stammt aus dem 17. Jhdt.,  auch der Hochaltar, ein Säulenaltar mit reichem Figurenschmuck. Gotische Umbauten und barocke Einrichtungen haben die Kirche allerdings stark verändert. Kreuzigungsgruppe: Vor dem Eingang in den Kirchenhof wurde 1705 die mächtige Gruppe aus Stein mit Maria und Johannes zum Andenken an die erfolgreiche Abwehr der Türken errichtet.

Pfarrhaus mit Kreuzigungsgruppe

Kriegerdenkmal

Im Jahre 1922 errichteten Ritzinger Maurer gemeinsam mit der bäuerlichen Bevölkerung ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges.

Die Einweihung erfolgte durch unseren Ortspfarrer Paul Horvath. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurden zwei Marmortafeln mit den Namen der Gefallenen und Vermissten der Jahre 1939-1945 am Kriegerdenkmal angebracht (1. Weltkrieg 75 Gefallene, 2. Weltkrieg 117 Gefallene). Der Verschönerungsverein unter dem damaligen Obmann Johann Gulnerits und der Invalidenverein beschlossen im Jahr 1964 das Denkmal mit Parkanlage zu renovieren, die künstlerische Neugestaltung übernahm Franz Trenker.

Mahnmal

Denkmal für die vergessen NS-Opfer in Ritzing

Gondolipeskero than le pobisterde NS-opferenge ande Ritzing! Um den 18 Roma sowie den drei Menschen, Opfer der NS-Euthanasie, ein Erinnerungs-Denkmal zu setzen, wird in Ritzing eine Skulptur von Christian Gmeiner und Herbert Brettl errichtet: ohne Trivialisierung, ohne übertriebene Ästhetisierung, doch mit repräsentativem Charakter, Individualität und künstlerischer Ambiguität.19.05.2019  |  13:30  –  16:00   | Um eine Betonsäule reihen sich 21 Betonscheiben, die jeweils mit paarweisen Fußabdrücken der heutigen Ritzinger BewohnerInnen und der burgenländischen Roma Community versehen werden.
Sie symbolisieren die 21 in der NS-Zeit verschleppten und ermordeten Menschen. Eine Gedenktafel an der Säule listet die Namen, Geburts- und Sterbedaten der Opfer auf. Die eingeprägten Fußabdrücke stammen von Zeugen der Gegenwart. Zeugen, die vor Ort zur Geschichte und zugleich für einen abwesenden Menschen stehen. Und jeder – ob alt oder jung – kann selbst zum Zeugen werden, indem er sich in die Fußabdrücke stellt und Verantwortung übernimmt. Der wandernde Schatten der Betonstele wird, so die Sonne scheint, die einzelnen Scheiben der Reihe nach beschatten. Roma in Ritzing
Bis in die 1920er lebten die Roma-Familien in Hütten in der „Lange Zeile“ unterhalb des damaligen Gasthauses Emil Arthofer. Nach der Umwidmung zu Häuserplätzen mussten sie ihren Wohnsitz oberhalb des „Sandigen Grabens“ verlegen, wo sie Lehmhütten bauten. Nach Angaben der Gendarmerie befanden sich 1938 – 18 Roma in Ritzing. Nach Zeitzeugenberichten bzw. den Datenbanken lebten um 1938 drei Roma-Familien in Ritzing. Am 30. April 1941 wurden 14 Roma in Ritzing verhaftet und anschließend ins Lager Lackenbach deportiert. Die Hütten der Roma wurden angezündet. Nach 1945 kam kein Roma nach Ritzing zurück.

Auszug aus dem Buch „erinnern.at“ vom 27.05.2020

Koordinator Herbert Brettl

Ritzing, ein kleines, recht typisches Dorf im Mittelburgenland, im Bezirk Oberpullendorf. Die Gedenk- und Erinnerungskultur in der Gemeinde beschränkt sich, wie zumeist auch sonst wo, auf das örtliche Kriegerdenkmal. Ein Umstand, der bei Christian Gmeiner, Koordinator des Netzwerkes _erinnern.at_ Niederösterreich, Unzufriedenheit auslöste.

An die ehemaligen Roma/Romnja im Ort, die er aus Erzählungen seines Vaters, der aus Ritzing stammte, kennt, erinnerte nichts.

In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk _erinnern.at_ Burgenland wurden Recherchen durchgeführt. Diese ergaben, dass bis 1938 in Ritzing 18 Roma/Romnja lebten. Zunächst am Ortsende, danach mussten sie in einem Graben außerhalb des Ortsgebietes ihre Hütten aufbauen. Am Rande der Gesellschaft lebten sie dort bis zum 30. April 1941. An diesem Tag wurden die meisten von ihnen verhaftet und anschließend ins benachbarte Lager Lackenbach verschleppt.

Danach verlieren sich die Spuren der Roma/Romnja. Niemand wird nach Ritzing zurückkehren. Die Spuren der Roma/Romnja werden rasch verwischt. Die Nachforschungen ergaben auch, dass drei Bewohner aus Ritzing Opfer der NS-Euthanasie wurden und in Hartheim bzw. am Spielgrund in Wien ermordet wurden.

Christian Gmeiner beschloss, für die NS-Opfer des Ortes ein Erinnerungs-Denkmal zu setzen. Nach Gesprächen mit dem örtlichen Bürgermeister, dem Amtsleiter und anderen konnte nicht nur ein geeigneter Standort vor dem Friedhof gefunden, sondern auch die Gemeinde Ritzing als Partner des Projektes gewonnen werden. Es wurden Vermessungen, Erdbewegungen und Fundamentarbeiten vorgenommen, um das Erinnerungszeichen von Christian Gmeiner errichten zu können.

Die Skulptur besteht aus einer Betonsäule, um die sich 21 Betonscheiben reihen. Sie symbolisieren die 21 in der NS-Zeit verschleppten und ermordeten Menschen. Die eingeprägten Fußabdrücke stammen von ZeugInnen der Gegenwart, die mit ihren Fußabdrücken Verantwortung für einen abwesenden Menschen übernehmen. Der wandernde Schatten der Betonstele wird, so die Sonne scheint, die einzelnen Scheiben der Reihe nach beschatten. Eine Gedenktafel an der Säule listet die Namen der Opfer auf.

Im Burgenland gab es vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten über 120 Romasiedlungen. Erst in 16 Gemeinden gibt es ein Erinnerungszeichen für die Angehörigen der Roma. In Ritzing wurde das erste Zeichen im Bezirk Oberpullendorf enthüllt. Am 19. Mai 2019 wurde das Gedenkzeichen, das „erste_erinnern.at_Gedenkzeichen“, feierlich eingeweiht.

Rosalienkapelle

Die Rosalienkapelle, ursprünglich der Hl. Mutter Anna geweiht, wurde 1732 vom Walachy Matthias Grubanovits gestiftet. Auf Anregung von Prof. Emmerich Karl Horvath in Kooperation mit der Gemeinde Ritzing und vielen freiwilligen Helfern wurde die Kapelle in den Jahren 1987 und 1988 renoviert. Die kleine Glocke im turm wurde vom NS-Regime beschlagnahmt. Gläubige aus Ritzing spendeten im Oktober 2000 eine neue Glocke.
Derzeit wird die Rosalienkapelle erneut renoviert. Der Glockenturm wurde komplett erneuert und auch die Fassade wird auf aufgefrischt.

Bergbaudenkmal

Bergbaudenkmal Helenenschacht
Helenenschacht damals.